Kunst.
tisoware.EDITION Nr. 20

Elisabeth Wacker, „Zeit im Raum“, 2017


Der Name der Künstlerin unserer diesjährigen kleinen Jubiläums-Edition mit der Nummer 20, Elisabeth Wacker, hat in und um Reutlingen im Wortsinn einen sehr guten Klang – ist doch Frau Wacker seit vielen, vielen Jahren als ausgezeichnete Altistin, Gesangspädagogin und Klavierbegleiterin bekannt. Aber als bildende Künstlerin? Hier betrat sie vor zehn Jahren sehr mutig und entschlossen Neuland und hat sich in der zurückliegenden Zeitspanne mit Hilfe professioneller Unterstützung und aufbauend auf einer vorausgegangenen langandauernden intensiven Beschäftigung mit Kunst und einer leidenschaftlichen Sammlungstätigkeit – gepaart mit Können und großem Fleiß – ein beachtliches Werk in unterschiedlichen Techniken erschaffen. „Beim Malen bin ich absolut fokussiert und konzentriert“, so die Aussage der Künstlerin über ihr bildnerisches Tun, das sie mit viel Neugierde, Einsatz und Interesse an allen künstlerischen Strömungen betreibt. Ursprünglich beginnend mit dem Gestalten von Collagen arbeitet Elisabeth Wacker, die Viele übrigens auch als engagierte und ideenreiche Musik- und Englischlehrerin am Reutlinger Friedrich-List-Gymnasium kennengelernt haben, nun hauptsächlich mit Acryl – so auch bei unserer Edition. „Zeit im Raum“ ist dieses 2017 entstandene Werk betitelt: eine Explosion aus verschiedenen Rottönen, in Form gefasst durch die rechteckigen Rahmenelemente, die dem Bild Struktur und Halt verleihen und sich auf ein Zentrum, den Kern unserer Existenz, zubewegen. Ein Anfangs- oder Endpunkt ist nicht auszumachen, der Fluss der Zeit fließt gleichmäßig und doch hat jeder Moment seine ganz eigene (Farb-)Individualität. Mal eruptiver, mal gemäßigter, aber immer unberechenbar – und mit dem kleinen Aufblitzen von Blau kommt sogar ein Hauch von Unendlichkeit ins Spiel.

Barbara Krämer, M.A.